Pressemeldung Werwolf oder Taube…


Vergebung nach 100 Jahren: Deutsch-Armenierin schreibt Roman über Völkermord

Vergeben, aber nicht vergessen ist der Leitgedanke von Rafaela Thoumassian, deren Roman Werwolf oder Taube im Oktober 2015 erschienen ist.

Ihr Buch handelt von der tiefen Sehnsucht nach Heimat und der Frage, wie die Wunden eines nicht aufgearbeiteten und bis heute geleugneten Völkermordes endlich heilen können. Die Antwort darauf sucht sie bei sich selbst, unabhängig von der Täterseite.

Entgegen einer starren Opferhaltung begibt sich die Autorin auf eine Reise zu den Tiefen des eigenen Bewusstseins, wobei sie sich auch den eigenen Schatten stellt. Der Roman erhält dadurch eine Allgemeingültigkeit, die sich auch auf andere Völker oder zwischenmenschliche Beziehungen übertragen lässt.

Geschickt verbindet Rafaela Thoumassian die Genres Reisebericht und Märchen, wodurch Werwolf oder Taube immer wieder eine Leichtigkeit erfährt, die das Thema Völkermord nicht vermuten lässt.

Ihren Roman widmet die Deutsch-Armenierin dem Papst und Bundespräsident Joachim Gauck. Beide haben den Völkermord dieses Jahr öffentlich anerkannt.


Zum Inhalt:

AnaCover möchte herausfinden, wo ihre Heimat ist, und reist dreimal nach Armenien: Ihr Armenisches Tagebuch, ein Reisebericht voller sinnlicher Bilder und treffender Beobachtungen, zeichnet ihr Hin-und-Hergerissensein zwischen den Welten auf, vermerkt Begegnungen mit Geschichte und Gegenwart, der Architektur und den Menschen und findet immer wieder Trost in der berückend schönen Landschaft des Kaukasus.

Anas Reiseberichte finden ihren Gegenpart in einer mystischen Erzählung, dem Märchen von Antaram. Hier trifft Ana auf den geheimnisvollen Saro, und Hayrabet, ihren Großvater. Das von liebenswürdigen Charakteren bevölkerte Dorf bildet die Kulisse für das entscheidende Gespräch zwischen Ana und Hayrabet, denn ihre tiefe Verbundenheit trägt auch den Schmerz der alles überschattenden Erinnerung an den Völkermord, dem Hayrabet als Siebenjähriger nur knapp entkam.


Auszug:

„Ich glaube, mein Vater wollte unbedingt nach Deutschland. Erst viel später wurde mir die Ironie dieser Entscheidung bewusst: Meine Eltern flohen aus dem Land, in dem ein Großteil ihrer Familie getötet worden war, in das Land, das tatenlos alles mit angesehen hatte. (…) Deutschland sollte zu meiner neuen Heimat werden. Doch dazu ist es nie ganz gekommen.

„Du bist in Deutschland geboren und aufgewachsen, deswegen ist Deutschland deine Heimat. Wie kannst du dich nach etwas sehnen, das du nicht kennst!“

„Die Menschen können so einfältig sein und von etwas reden, von dem sie keine Ahnung haben. Denn obwohl ich eine Meisterin der Anpassung war und man mich nicht für eine Fremde hielt, habe ich mich doch immer als solche gefühlt. Armenien, das ich nie gesehen hatte und das gefühlt so weit weg wie der Mond schien, besuchte ich in meiner Sehnsucht und in meinen Träumen.“


Vita:

Rafaela Thoumassian wird 1975 in Deutschland geboren. Ihre Eltern, armenische Christen, wachsen in Istanbul auf und wandern in jungen Jahren nach Deutschland aus. Rafaela wächst dreisprachig auf – Armenisch, Deutsch und Türkisch – und ist von Kindesbeinen an mit allen drei Kulturen vertraut. Nach ihrem Magister in Philosophie arbeitet sie im Bereich der Medien. Seit 2013 unterrichtet sie Deutsch an Integrationsschulen.

Werwolf oder Taube ist ihr Debütroman.

Auszüge aus Werwolf oder Taube wurden im Rahmen des Martha-Saalfeld Literaturwettbewerbes im 14. Jahrbuch für Literatur veröffentlicht.


Buchdetails:

  • Seiten : 272
  • Cover : Paperback
  • Sprachen : Deutsch
  • Hrsg./Autor : Rafaela Thoumassian
  • Erscheinungsdatum : Oktober 2015
  • Verlag: BoD Norderstedt
  • aktuelle Auflage : 1
  • ISBN: 9783738640625

Pressekontakt*:

Rafaela Thoumassian
R.Thoumassian@gmx.de

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